Chorreise Juni 2015

Am zweitlängsten Tag, nämlich am 20. Juni 15, war der Gemischte Chor ProVo’Canti in Reisestimmung. Im Vorfeld hatten sich Rosmarie und Roli Lauber bereit erklärt, die Chorreise zu organisieren.
Petrus war aber noch nicht in Sommerlaune, deshalb sandte er uns am Samstag gemischtes Wetter und für die Jahreszeit eher kühl. Selbst dieser Umstand konnte den Reiselustigen die gute Laune nicht verderben, und so stiegen kurz vor halb acht, auch noch die letzten Teilnehmer in Otelfingen in den Zug. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Baden, wo wir umsteigen mussten. Nach einer Stunde erreichten wir mit dem Regionalzug Rheinfelden, wo wir ausstiegen und zu Fuss ins Städtchen schlenderten.

ankunft in rheinfeldenim cafeJedermann lechzte nach Kaffee und Gipfeli, die uns im Café Kronenhof auch schon erwarteten. Es war genügend Zeit um gemütlich zusammen zu sein. Der Wirt wusste, dass wir Chormitglieder waren und wünschte sich natürlich noch etwas Gesangliches. Da hatten wir’s! Was sollen, können, wir denn schon singen? Ohne Noten und dann noch in Chorstärke?! Leider war die Begeisterung nicht gerade gross und so begannen wir an unserem Tisch einfach mal das „Heaven“ zu singen. Es fehlten zwar einige Zwischentöne, aber „ schad’s nüt so nützts nüt“! Danach folgte noch ein zaghafter Versuch von „Air“. Da von diesem Lied so manche Version schon gesungen worden war, blieb es bei einer Mischung von allem. Nun erhielt Roli vom Wirt noch das Gästebuch, wo er seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Ausgerüstet mit vielen verschieden farbigen Filzstiften, brachte Roli doch eine schöne Erinnerungs-Seite zustande und alle 13 Reiseteilnehmer verewigten sich mit ihrem Namen oder auch einer Bemerkung zum guten „Huus-Schoggi“-Getränk.

vor dem rathausgrosser saalPünktlich um 10 Uhr erwartete uns dann der Stadtführer vor dem Rathaus. Mit einem ungeheuren Wissen über die Entstehung der Stadt Rheinfelden mit ihrer sehr spannenden und wechselhaften Geschichte, konnten wir erstmal ins Innere des Rathauses. Da es draussen doch ziemlich frisch war, nutzten wir diese Gelegenheit noch so gerne. Die Ausführungen unseres Stadtführers waren sehr interessant und spannend. Er machte uns auch auf viele Details aufmerksam, die man nur hier sehen kann. So ist über der Tür zum Gemeindebüro immer noch das österreichische Wappen neben dem von Rheinfelden angebracht. Es wurde nie geändert. Im grossen Saal gegenüber, der 500 jährig ist, werden vor allem standesamtliche Trauungen vorgenommen. Es gibt sogar Chinesen, die hier getraut werden wollen, da ein so alter Raum ein gutes Omen für eine lange Ehe bedeute! An den Wänden waren sehr schöne Gemälde von der Kaiserin Maria Theresia und dem Kaiser Franz I. Maria Theresia war Mutter von 16 Kindern und als sie das Sagen hatte, ordnete sie an, dass alle Mädchen eine Schulbildung erhalten konnten.


wappenscheibenWir erfuhren, dass die schönen Wappenscheiben, die in den Fenstern beidseits des Raumes prangten, zum Teil von berühmten Familien stammten, die bis heute noch in Rheinfelden wohnen.
Nach diesen geschichtlichen Ausführungen, die bis ins Jahr 1000 zurückgingen, verliessen wir dieses wunderschöne Gebäude und begaben uns auf den Stadtrundgang. Das Wetter wurde zunehmend besser. Überall in den Gassen kamen wir an geschichtsträchtigen Häusern vorbei. Auf dem Turm konnten wir ein Storchenpaar erblicken. Unser Stadtführer machte uns noch auf eine Besonderheit aufmerksam, denn in Rheinfelden läuten die Kirch- bzw. Turmuhren zur vollen Stunde ganz speziell. Die eine Turmuhr schlägt 7 Minuten vorher, die andere Turmuhr 3 Minuten vorher und die Kirchturmuhr pünktlich zur vollen Stunde die richtige Zeit. Das war schon vor sehr langer Zeit so, damit die Leute, die ausserhalb der Stadtmauern waren noch zur rechten Zeit wieder in die Stadt gelangten. So erfuhren wir viele Besonderheiten, die diese Stadt noch interessanter macht, als sie schon ist. Nach 2 Stunden verabschiedete sich dann unser Stadtführer und wir begaben uns ins nahegelegene Restaurant zum Mittagessen. Idealerweise lag es direkt an der Schiffsanlegestelle, wo wir danach um 14 Uhr sein sollten. Aber vorher fanden vor allem die Flammkuchen reges Interesse und so konnte jeder nach seiner Vorliebe den Hunger stillen.


ms christian merianschleuseNach dem Essen traten wir in den vollen Sonnenschein hinaus und sofort war es angenehm warm. Pünktlich um 14 Uhr betraten wir das Flussfahrtschiff MS Christian Merian. Kaum hatten wir Rheinfelden verlassen, wurde es sehr windig und eine gute Jacke war von Vorteil. Wir fuhren nun rheinabwärts Richtung Basel. Bei Augst lenkte der Kapitän das Schiff zum ersten Mal in eine Schleuse. Es sollte noch eine weitere folgen. Kaum in der Schleuse, öffnete auch Petrus die Schleusen und es regnete in Strömen. Es war aber nur von kurzer Dauer. Hatten wir eigentlich April oder Juni?


Nach der zweistündigen Schifffahrt legten wir in Basel-Rheinhafen an. Roli und Rosmarie lotsten uns durch kleine Gassen ins Stadtzentrum. Beim Hauptbahnhof hatte jedermann die Wahl noch etwas in Basel zu bleiben und einen späteren Zug für die Heimreise zu nehmen. Offensichtlich waren aber Alle zufrieden und beschlossen gemeinsam nach Hause zu fahren.
Mit vielen schönen und interessanten Eindrücken war diese Reise zu Ende gegangen. Ein grosses Lob an Rosmarie und Roli für die sehr gut organisierte Chorreise.

Eine Galerie mit allen Bildern sieht man hier

Silvia Muggli Boppelsen, 25.06.2015

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