Perlen aus der Filmmusik gemischt mit argentinischer Leidenschaft

Die Serenade des Gemischten Chors Buchs ProVo'Canti, lockte noch mehr Besucher an als in den Vorjahren. Mit den Themen Tango und Filmmusik war denn auch für jedermanns Geschmack etwas dabei.
Artikel von KATARZYNA SUBOTICKI im Furttaler vom Freitag, 10. November 2017

BUCHS. Wer sich in Buchs am frühen Sonntagabend noch in die Kälte hinaus wagte, um in die reformierte Kirche zu kommen, kam in den Genuss eines die Laune hebenden und die Stimmung wärmenden Konzerts von Pro Vo'Canti- des Gemischten Chors Buchs. Die von den 17 Mitgliedern veranstaltete jährliche Serenade erfreut sich einer immer grösser werdenden Beliebtheit, wofür die gefüllte Kirche ein Beweis war. Zwei Themen, kontrastreich und sich doch gut ergänzend standen auf dem Programm: Filmmusik und Tango.


The Beatles und-Bär Baloo

serenade 17Unter der Leitung von Dirigentin Carolina Kuhlenkamp und der Begleitung von Gastmusiker Jonas Guggenheim auf seinem Akkordeon ging es zuerst los mit dem fröhlichen südafrikanischen Freiheitslied «Ipharadisi». Dann wurde es schon leidenschaftlich mit dem ersten Tango, dem «Tango para 4 o para 24» von Polo Vallejo. Songs aus Filmklassikern hörten die 150 Besucher mit Charlie Chaplins «Smile» aus seinem Film «Mo­deme Zeiten», «Somebody loves me»

von George Gershwin und «When l'm 64» von den Beatles. Um tragische Liebe und Verlust ging es aus dem Land des Tangos weiter mit «Nada» und «Te fuiste una tarde». Jonas Guggenheim gab mit den Stücken «Handls hora» und «Valse pour Ines» Solos.


Danach hatte Carolina Kuhlenkamp Gelegenheit, in ihrer Muttersprache ein Duett zu singen, mit Akkordeonbegleitung von Jonas Guggenheim. Die aus Kolumbien stammende Chorleiterin sang mit ihrem kolumbianischen Kollegen Roy Barriento, der den Chor am Konzert als Bass unterstützte, «Tonada de Otofto». Ein Herbstlied, als Metapher für das Leben und seine Jahreszeiten. Romantisch und lustig waren danach «Moon River» respektive «Probiers mal mit Gemütlichkeit» aus dem Dschungel­buch. «Serenata para la tierra de uno» von Maria Elena Walsh handelte von der Liebe zur Heimat und führte dann schon Richtung Abschluss, der tragisch und sehnsuchtsvoll mit Astor Piazzollas «Adios Nonino» kam, in dem der grosse Musiker den Tod seines Vaters anspricht.
Das Publikum bedankte sich über das ganze Konzert und die Zugaben mit lebhaftem Applaus und erschien auch zahlreich zum Apero im Kirchgemeinde­haus. Die Beliebtheit der Serenade freute nicht nur Walter Stein, der sich das Vereinspräsidium mit Antonietta Kunst teilt: «Wir machen es zum fünften Mal und es war einfach mal ein Versuch. Wir sehen, dass jedes Jahr mehr Leute kommen. In der Kirche könnte man nächstes Jahr noch mehr Platz machen, sagte Stein.

Tango als Gefühlsausdruck

Dass man als Thema für das Konzert einmal den Tango wählen würde, war klar, sagte Mitglied Wanda Girsberger: «Tango lag wegen Carolina Kuhlenkamp ein wenig auf der Hand. Und weil uns Jonas Guggenheim mit seinem Akkordeon an Konzerten immer wieder begleitet, passt es gut.» Viel Erfahrung mit Tango hat Kuhlenkamp aus ihrer Heimat, die die ausgebiklete Chorleiterin vor elf Jahren für die Schweiz verliess. «Ich habe in Bogota studiert und dort mit Chören oft mit dieser Musik gearbeitet. Diese Lieder sind so schön und sie drücken Gefühle auf natürliche Art aus.» Kuhlenkamp bedauerte einzig, dass vermutlich nur die wenigsten Besucher die Liedinhalte verstehen konnten. Die Arbeit an den Texten mit dem Chor sei eine Herausforderung gewesen. «Wir haben sehr viel geübt und ich hin sehr froh, wie gut sie es gemacht haben.»